Vor oder während dem Therapieaufenthalt stellen sich eine Menge Fragen, die für (zukünftige) KlientInnen oder Angehörige von Interesse sind. Im Folgenden findet sich eine praktische Informationssammlung entlang der am häufigsten gestellten Fragen.

Für Klienten

Wenden Sie sich bitte an unsere Vorbetreuungsstelle in 1050 Wien, Arbeitergasse 4. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9-14 Uhr, am Montag und Mittwoch von 10-12 Uhr können Sie auch ohne vorherige Terminvergabe kommen und sich unverbindlich informieren und beraten lassen. Wir helfen Ihnen auch bei notwendigen organisatorischen Dingen (Abklärung des Versicherungsstatus etc.) vor der Aufnahme in die stationäre Therapie. Wenn Sie sich in Haft befinden wenden Sie sich bitte an den sozialen Dienst und ersuchen, um ein Gespräch mit unseren Verbindungsdienst-MitarbeiterInnen. In den meisten Haftanstalten in Ostösterreich machen wir regelmäßige Besuche, um die Aufnahme in unsere Einrichtung direkt mit interssierten InsassInnen abzuklären.

Zur Aufnahme in die Therapie gibt es zwei grundlegende Voraussetzungen: Eine ausreichende Motivation zur Therapie sowie eine aufrechte Kostenübernahme durch die Justiz oder das jeweilige Bundesland. Bei der Beantragung der Kostenübernahme unterstützen Sie gerne unsere MitarbeiterInnen der Vorbetreuung.

Kommen Sie vorbei und lassen Sich beraten, wir klären gerne Ihre Fragen gemeinsam mit Ihnen. Wenn Sie möchten, können Sie uns auch per email unter vorbetreuung@shh.at kontaktieren oder einfach anrufen. Alle Kontaktdaten finden Sie hier.

Im Regelfall gibt es für einen Therapieplatz keine Wartezeiten, Sie können sobald alle organisatorischen Dinge mit der Vorbetreuung geklärt sind einen Aufnahmetermin erhalten. Bei guter Motivation und Mitarbeit in der Vorbetreuung können Sie nach etwa zwei Wochen in die stationäre Therapie aufgenommen werden.

Wenn Sie eine richterliche Weisung zu einer Therapie haben („Therapie statt Strafe“) bezahlt das BMJ die Therapiekosten. Ohne einer richterlichen Weisung kommt für KlientInnen mit Hauptwohnsitz in Wien die Sucht- und Drogenkoordination Wien für die Behandlungskosten auf, für KlientInnen aus anderen Bundesländern die jeweiligen Länder. Bei der Abklärung sowie Organisation einer Kostenübernahme helfen die MitarbeiterInnen der Vorbetreuung.

Nein, eine aufrechte Krankenversicherung ist für eine Aufnahme im SHH nicht zwingend notwendig. Unsere SozialarbeiterInnen sind jedoch dennoch bemüht, auch in schwierigen Fällen eine Krankenversicherung zu organisieren.

Sie können mit Ihrem Partner/Partnerin gemeinsam auf Therapie kommen, es gibt jedoch keine Pärchenzimmer, sondern getrennte Wohngemeinschaften für Frauen und Männer. Es ist auch nicht gestattet, sich gegenseitig auf den Wohngruppen zu besuchen, die Freizeit am Gelände können Sie jedoch gemeinsam verbringen. Auch die Möglichkeit einer Paartherapie ist bei therapeutischer Notwendigkeit gegeben.

Der Wochenplan ist je nach Station und etwaigen zusätzlichen Behandlungs- beziehungsweise Betreuungsangeboten leicht unterschiedlich, die folgenden Zeiten geben jedoch eine grobe Orientierung: Von Montag bis Freitag in der Zeit von 9-12 Uhr und 13-16 Uhr ist Arbeitszeit in den unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Werkstätten und Betrieben (Gartenpflege, Kreativgruppe, Hausmeisterei, Hauspflege, Waschküche, Holz-Werkstatt), mittags wird in der Wohngruppe gemeinsam mit den MitbewohnerInnen gegessen. Zweimal in der Woche findet eine milieutherapeutische Gruppe mit dem Wohngruppen-Betreuer und den MitbewohnerInnen statt, einmal die Woche eine psychotherapeutische Kleingruppe, zusätzlich je nach Indikationsstellung weitere Behandlungsmaßnahmen (Biofeedback, Anti-Gewalttraining, Klinisch-psychologische Behandlung etc.). Ab 16 Uhr ist im Regelfall Freizeit, in der man sich überall am Gelände oder in den Wohngruppen aufhalten kann, sich zurückziehen oder auch mit anderen PatientInnen Volleyball, Fußball oder ähnliches spielen kann.
Des Weiteren erfolgt täglich die Medikamentenausgabe in der Ambulanz  (morgens – mittags – abends je nach Bedarf) sowie Sprechstunden der behandelnden ÄrztInnen. Am Wochenende gibt es die Möglichkeit für stabile PatientInnen die Einrichtung zu Ausgängen (auch über Nacht) zu verlassen, PatientInnen ohne Ausgangserlaubnis nehmen am Samstag und Sonntag an betreuten Freizeitaktivitäten teil (Ausflüge, Wanderungen, Schwimmbad, Radfahren, Museumsbesuche, etc.).

Ausgänge sind nach einer Anfangsphase von etwa einem Monat mit eingeschränktem Außenkontakt möglich, Besuche je nach Stabilität nach etwa zwei Wochen. Besuchszeiten sind Mittwoch und Sonntag, der Besuch muss jedoch rechtzeitig angemeldet werden.

Bei ausreichender Stabilität und Mitarbeit in der Therapie ist es nach einer Anfangsphase von etwa einem Monat möglich, die Einrichtung am Wochenende zu Ausgängen zu verlassen. Diese erfolgen in Absprache mit Ihrem Stationsverantwortlichen und in Abhängigkeit der Stabilität und des Therapieverlaufes.

Die erweitert stationäre Phase in der Villa Atlantis ist für PatientInnen mit hoher Kooperationsbereitschaft, Stabilität sowie der Bereitschaft Eigenverantwortung zu übernehmen. Für eine Aufnahme in die Villa Atlantis können Sie sich bereits in der Aufnahmestation bewerben, die Entscheidung über eine Verlegung trifft die therapeutische Leitung.

Ein wesentliches Ziel der Behandlung und Betreuung im SHH ist, dass KlientInnen nach Abschluss der Behandlung nicht obdachlos sind, da dies für das weitere Fortkommen nicht hilfreich ist. Solange Sie noch nicht wohnversorgt sind, können Sie in der dezentralen Phase einen Wohnplatz in einer unserer Übergangs-Wohngemeinschaften beziehen, unsere SozialarbeiterInnen unterstützen Sie jedoch beim Erlangen eines eigenen Wohnplatzes. Die Therapie im SHH wird auch erst abgeschlossen, wenn Sie über eine geregelte eigene Wohnsituation verfügen.

Bitte bringen Sie zur Aufnahme in die stationäre Therapie Folgendes mit: Ausweis, e-card, Meldezettel, ev. Kopie des Substitutionsrezeptes, gerichtliche Beschlüsse, Zahlungsverpflichtungen. Für etwaige Schäden ist eine Kaution im SHH zu hinterlegen. Ihr Mobiltelefon können Sie mitbringen, das Telefonieren mit dem Handy ist in der Freizeit erlaubt.
Was Sie bitte nicht mitbringen: TV-Gerät, Musikanlage, Videospiele, Haustiere, Alkohol, Drogen, Waffen und selbstverordnete Medikamente.

Kleine elektronische Geräte wie Handy oder Tablet dürfen mitgenommen werden, das SHH übernimmt jedoch keine Haftung dafür.

Im Regelfall bekommen Sie während der stationären Therapie im SHH Krankengeld von ihrem Sozialversicherungsträger, wenn Sie aufgrund der Vorleistungen anspruchsberechtigt sind.

Die Therapie ist auf die Dauer eines Jahres ausgelegt, unterteilt in sechs Monate stationäre Therapie und sechs Monate dezentrale Behandlung. Die stationäre Therapie dient zunächst der Stabilisierung und der therapeutischen Behandlung der Suchterkrankung, die Zeit des Überganges nach der stationären Therapie ist jedoch häufig sehr krisenanfällig. Die dezentrale Phase bietet durch die Bereitstellung von Wohnplätzen, die Integration in einen strukturierten Alltag sowie die dichte und nachgehende Betreuung eine Unterstützung nach der stationären Therapie. Die Behandlung kann dann als positiv abgeschlossen bezeichnet werden, wenn Sie auch außerhalb des geschützten stationären Umfeldes stabil bezüglich des Substanzkonsums und sozial integriert sind, dies macht eine dichte ambulante Behandlung wie sie in der dezentralen Phase angeboten wird notwendig.

Während der stationären Therapie nehmen Sie an der Arbeits- und Beschäftigungstherapie der Einrichtung teil, im Rahmen der dezentralen Phase können Sie einer Arbeit nachgehen. Sollten Sie noch keinen eigenen Arbeitsplatz haben nehmen Sie weiterhin an der Tagesstruktur des SHH teil.

Die Kaution dient als Absicherung gegenüber etwaigen von Ihnen versursachten Schäden in der Einrichtung, die Sie am Ende der Behandlung bei Schadensfreiheit vollständig zurück erhalten.

Sie können während allen Behandlungsphasen des SHH substituiert bleiben. Die Behandlung substituierter und nicht-substituierter KlientInnen erfolgt durch die eigene Ambulanz des SHH.

Die Wohngruppen im SHH wurden im Verlauf der Jahre 2015/2016 vollständig renoviert und auf einen sehr komfortablen Wohnstandard gebracht. Seitdem stehen geräumige Doppelzimmer und auch vereinzelt Einzelzimmer zur Verfügung.

Bei der Drogenabhängigkeit handelt es sich um eine chronische Erkrankung, Rückfälle sind Symptome dieser Erkrankung. Deswegen erachten wir es für selbstverständlich, sie nicht aufgrund des Auftretens dieser Krankheitssymptome der Einrichtung zur verweisen, solange eine grundlegende Behandlungsmotivation erkennbar ist und Sie in der Therapie an der Bewältigung ihrer Rückfälle arbeiten. Demzufolge berichten wir auch keine einzelnen Rückfälle dem Gericht, dieses informieren wir jedoch regelmäßig über ihren Behandlungsverlauf, so sie mit einer Weisung im SHH sind.

In den meisten Fällen ist eine Umwandlung in eine Kostenübernahme für eine stationäre Behandlung möglich, bitte wenden Sie sich an unsere Vorbetreuung, die Ihnen dabei behilflich ist.

Im SHH gibt es ein breites Sportangebot, das sie in Ihrer Freizeit nutzen können. Dazu gehören eine Kraftkammer, ein Volleyballplatz, Fussball, Yoga, ein regelmäßiges Lauftraining und anderes mehr.

Da die Zeit der stationären Behandlung eher kurz ist, sind alle Maßnahmen, die nicht sofort notwendig sind, auf die Zeit nach der stationären Phase zu verschieben. Akute Zahnerkrankungen müssen selbstverständlich sofort behandelt werden, für längerfristige Zahn-Sanierungen steht Ihnen im Rahmen der dezentralen Phase genügend Zeit zur Verfügung.

Nein, wir betrachten die Einnahme von Substitutionsmitteln als medikamentöse Behandlungsform, die einige KlientInnen benötigen und andere nicht, darüber hinaus werden aber keine Unterschiede gemacht. Eine angemessene Dosierung ermöglicht es auch substituierten KlientInnen einem normalen geregelten (Behandlungs-)alltag nachzugehen, demzufolge wir keine Notwendigkeit zur Trennung dieser beiden KlientInnengruppen sehen.

Für Angehörige

Nach einer Anfangsphase von etwa zwei Wochen ist es nach Absprache mit der Stationsleitung erlaubt Besuche zu empfangen. Besuchszeiten sind Mittwoch und Sonntag, der Besuch muss jedoch rechtzeitig von ihrem Angehörigen angemeldet werden. Bei ausreichender Stabilität ist es auch in der Anfangsphase nach Absprache möglich, den Besuch außerhalb des SHH zu verbringen. In jedem Fall muss jedoch ihr Angehöriger zuvor den Besuch bei der Stationsleitung anmelden.

Da die Nutzung von Mobiltelefonen in der Freizeit gestattet ist, können Sie Ihre Angehörigen anrufen. Während den Arbeits- und Therapiezeiten muss das Mobiltelefon jedoch ausgeschalten sein. Gerne können Sie auch Post sowie Pakete schicken, diese werden jedoch vor der Aushändigung von unseren MitarbeiterInnen auf verbotene Gegenstände kontrolliert.

Aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist es uns nicht gestattet, über unsere KlientInnen konkrete Auskünfte zu erteilen, wir bitten um Ihr Verständnis.

Auf Wunsch des/der KlientIn und bei therapeutischer Notwendigkeit können im Einzelfall auch Gespräche mit Angehörigen angeboten werden. Eine regelmäßige Angehörigengruppe gibt es derzeit noch nicht, ist aber für die Zukunft geplant.