Rehabilitation und Begleitung im Alltag

Die Ganztägig ambulante Therapie des SHH versteht sich als dicht betreutes und begleitendes ambulantes Therapieangebot, das den KlientInnen hilft, sich in der kritischen Phase nach der stationären Therapie wieder in den Alltag zu integrieren und beim Aufbau einer gerelten Tagesstruktur unterstützt. In der Ganztägig ambulanten Phase leben KlientInnen in der eigenen Wohnung oder auf einem vom SHH bereitgestellten Wohnplatz, sind aber fest im therapeutischen Programm integriert.
Dazu gehören geschützte Arbeitsplätze und andere Begleitmaßnahmen je nach Bedarf
und individueller Entwicklung.

Die bei jeder Therapie gegebene hohe Vulnerabilität nach Ende des stationären Aufenthalts ist auf diese Weise mit einem Absicherungsmodell in das Behandlungskonzept integriert. Ein Einstieg kann direkt aus dem Alltag erfolgen oder auch im Anschluss an eine stationäre Therapie, wenn eine Tagesstruktur und aktive Tagesgestaltung zur Behandlung, Rehabilitation und Gesundung förderlich erscheinen. Die Ganztägig ambulante Therapie ermöglicht erhöhte Selbständigkeit und Selbstverantwortung der KlientInnen, bei gleichzeitig intensiver Begleitung. International in der ambulanten Betreuung Abhängiger seit langem gebräuchlich, ist dieser Zugang in der Suchtarbeit in Österreich noch eher selten. Das strukturierende und hochfrequente Angebot hilft beim Erlangen und Aufrechterhalten von Stabilität und beim Schritt in ein selbständiges Leben. In dem breit gestreuten Kurs- und Beschäftigungsprogramm werden in kleinen Gruppen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die man für ein eigenständiges und geregeltes Alltagsleben braucht. Ein wichtiger Teil der Ganztägig ambulanten Therapie ist die Beratung und Unterstützung bei der Arbeitssuche, Ziel ist die Vermittlung auf einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt oder in ein sozialökonomisches Arbeitsprojekt.

Möglich ist auch die Vermittlung in eine längerfristige Aus- und Weiterbildungsmaßnahme des AMS. Darüber hinaus gibt es ein wechselndes Angebot für gemeinsame Unternehmungen und Freizeitangebote. Die Gestaltung der ambulanten Behandlungsphase in Form einer Ganztägig ambulanten Therapie gibt den KlientInnen die Möglichkeit, nach dem stationären Therapieaufenthalt die Phase der Erprobung und Wiedereingliederung in einem unterstützenden und geschützten Rahmen zu bewältigen und Stabilität zu erlangen.

Dazu gehört eine gesicherte Wohnperspektive nach dem Ende der Behandlung. Während der Ganztägig ambulanten Phase ist im Krisenfall jederzeit ein flexibler   kurzfristiger Wechsel ins stationäre Setting möglich, ohne dass die therapeutische Kontinuität unterbrochen wird.

Bei Bedarf und auf Wunsch der KlientInnen kann die Behandlung im Anschluß an die Ganztägig ambulante Therapie durch andere ambulante Angebote langsam ausgeschliffen werden.

Dabei wird die Intensität der Begleitung kontinuierlich herabgesetzt und so ein schleichender Übergang in ein Leben, ohne oder mit wesentlich niederfrequenterer weiterer Betreuung ermöglicht.