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Im Zentrum der Therapie im SHH steht eine gemeinsame individuelle und flexible Behandlungsplanung. Obwohl die konkrete Therapiedauer individuell sehr unterschiedlich sein kann, ist das Konzept auf eine Behandlungsdauer von sechs Monaten stationär sowie weiteren sechs Monaten ganztägig ambulanter Therapie in der dezentralen Phase konzipiert. Abweichungen davon sind jedoch nach individuellem Behandlungsbedarf möglich, auch ein Quereinstieg in die unterschiedlichen Behandlungsphasen ist möglich. Die konkrete Beschreibung der Angebote findet sich im Folgenden:

Stationäre Behandlung

Das Schweizer Haus Hadersdorf liegt am Stadtrand von Wien im Grünen und ermöglicht die stationäre Behandlung von rund 35 KlientInnen sowie die ambulante Behandlung und Betreuung im Rahmen der Krankenanstalt SHH. Die Dauer des Aufenthaltes im stationären Bereich ist individuell verschieden, liegt aber in der Regel zwischen drei und sechs Monaten.

Am Beginn der stationären Behandlung liegt die Aufnahmestation des Hauses, einer kleinen Wohngruppe für neu angekommene KlientInnen. Ziel dieser Station ist es, alle neu aufgenommenen KlientInnen gut auf die kommenden Monate der Therapie vorzubereiten, Motivation zu stärken sowie die weitere Behandlung zu planen. Gruppenbildende Aktivitäten, psychoedukative Angebote sowie gemeinsame Freizeitunternehmungen finden hier genauso Platz wie ausführliche Anamnesegespräche und klinisch-psychologische Diagnostik.

Nach der Aufnahmephase werden die KlientInnen bei ausreichender Behandlungsmotivation und Stabilität in eine der fünf weiteren Wohngruppen des Hauses verlegt. Die Wohngruppen wurden alle 2015/2016 renoviert und beherbergen nun je zwischen 4 und 8 KlientInnen, die in freundlichen und hellen Einzel- oder Doppelzimmern untergebracht sind. Die großzügigen Gemeinschaftsräume und die gut ausgestatteten Wohnküchen ermöglichen ein Zusammenleben und Wohnen als kleine Gruppe, auch mit genügend Möglichkeiten sich zurückzuziehen.

Das therapeutische Programm im stationären Bereich des SHH beruht auf mehreren Schwerpunkten und wird von einem multiprofessionellen Team aus MedizinerInnen, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, SuchtberaterInnen und anderen Professionisten durchgeführt. Ein Fokus liegt in der milieutherapeutischen Behandlung, die einen stützenden und strukturierenden Rahmen bildet und die Entwicklung von Selbstverantwortung und eigenständigem Alltagsmanagement fördert. In diesem Sinne ist der Tag im stationären Bereich des SHH stark strukturiert und beinhaltet neben den therapeutischen Gruppenangeboten die Arbeit in den Werkstätten, Kursangebote sowie gemeinsame Sport- und Freizeitangebote.

Ein wichtiger Teil des Tagesablaufs während der gesamten Therapiedauer ist die Beschäftigung in einer der zahlreichen Werkstätten oder in einem Arbeitsbetrieb. Am Beginn der stationären Phase steht die Beschäftigung in der Kreativwerkstätte , je nach Neigung kann man malen, zeichnen, basteln oder auch neue Techniken ausprobieren. Während dieser Zeit kann man sich auch über die weiteren Möglichkeiten informieren und überlegen, in welche Werkstätte man später wechseln will. Zur Verfügung stehen die Küche, Hauspflege, Haustechnik, Gemüsegarten und Parkpflege, Buchbinderei, Kreativgruppe, Redaktion der KlientInnenzeitung und anderes.

Die psychotherapeutische Behandlung wird in kleinen Gruppen angeboten, darüber hinaus gibt es die Möglichkeit Einzeltherapie in Anspruch zu nehmen. Zur Regelung von finanziellen, rechtlichen oder anderen sozialen Problemen steht ein Team von erfahrenen SozialarbeiterInnen zur Verfügung, die die KlientInnen bei der Regelung dieser Angelegenheiten unterstützen. Selbstverständlich gibt es auch eine dichte medizinische Behandlung und Betreuung in der im Haupthaus untergebrachten Krankenanstalt SHH, in der bei Bedarf neben der (fach)-ärztlichen Behandlung auch die tägliche Abgabe der Substitution erfolgt.

Erweitert stationäre  Phase

Die erweitert stationäre Phase versteht sich als mögliche Alternative zur stationären Therapie im Haupthaus, die bei ausreichender Stabilität und Behandlungsmotivation in Anspruch genommen werden kann. Für die erweitert stationäre Therapie für weibliche Klientinnen steht eine Wohnung im 5. Bezirk mit zwei Doppelzimmern für weibliche KlientInnen zur Verfügung, männliche Klienten leben in der erweitert stationären Phase in einem Haus mit Garten im 14. Bezirk.

Das Behandlungsangebot ist ähnlich wie in der stationären Phase, jedoch durch noch mehr Selbstverantwortung der KlientInnen gekennzeichnet. Neben einem dichten milieu- und psychotherapeutischen Angebot, Arbeit in den Werkstätten sowie medizinischer Behandlung und sozialarbeiterischer Betreuung gibt es täglich die Möglichkeit für einige Stunden Freizeit außerhalb des Hauses zu verbringen. Diese Erprobungsmöglichkeit unter hoher sozialer Kontrolle bietet einen dicht begleiteten Übergang zu ambulanten Therapieformen.