Ganztägig ambulante Therapie

Dezentrale Betreuung als Ganztägig ambulante Therapie

Die dezentrale Phase des SHH versteht sich als dicht betreutes und begleitendes ambulantes Therapieangebot, das den KlientInnen hilft, sich in der kritischen Phase nach der stationären Therapie wieder in den Alltag zu integrieren.

In der dezentralen Phase leben KlientInnen bereits in einer eigenen Wohnung oder auf einem bereitgestellten Wohnplatz, bleiben aber weiterhin im therapeutischen Programm integriert. Dazu gehören geschützte Arbeitsplätze und andere Begleitmaßnahmen je nach Bedarf und individueller Entwicklung. Die bei jeder Therapie gegebene hohe Vulnerabilität nach Ende des stationären Aufenthalts ist auf diese Weise mit einem Absicherungsmodell in das Behandlungskonzept integriert. Seit dem Jahr 2011 besteht die Erweiterung um eine ambulante Sucht-Tagesklinik, die eine erhöhte Selbständigkeit und Selbstverantwortung bei gleichzeitig intensiver Begleitung ermöglicht. International in der ambulanten Betreuung Abhängiger seit langem gebräuchlich, ist dieser Zugang in der Suchtarbeit in Österreich eher selten.

Das strukturierende und hochfrequente Angebot hilft beim Erlangen und Aufrechterhalten von Stabilität und beim Schritt in ein selbständiges Leben. Im Tageszentrum gibt es ein breit gestreutes Kurs- und Beschäftigungsprogramm. In kleinen Gruppen werden Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die man für ein eigenständiges und geregeltes Alltagsleben braucht. Ein wichtiger Teil der Ganztägig ambulanten Therapie ist die Beratung und Unterstützung bei der Arbeitssuche. Ziel ist Vermittlung auf einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt oder in ein sozialökonomisches Arbeitsprojekt. Möglich ist auch die Vermittlung in eine längerfristige Aus- und Weiterbildungsmaßnahme des AMS. Darüber hinaus gibt es ein wechselndes Angebot für gemeinsame Unternehmungen und Freizeitangebote. Die Gestaltung der ambulanten Behandlungsphase in Form einer Ganztägig ambulanten Therapie gibt den KlientInnen die Möglichkeit, nach dem stationären Therapieaufenthalt die Phase der Erprobung und Wiedereingliederung in einem unterstützenden und geschützten Rahmen zu bewältigen und Stabilität zu erlangen. Dazu gehört eine gesicherte Wohnperspektive nach dem Ende der Behandlung.

Bei Bedarf und auf Wunsch der KlientInnen kann die Behandlung nach der ganztägig ambulanten Therapie in Form einer wöchentlichen Einzeltherapie weitergeführt werden.