Im Schweizer Haus Hadersdorf kommen ausgehend von den Bedürfnissen der Betroffenen eine Vielzahl von unterschiedlichen Behandlungsangeboten zum Einsatz. Im Folgenden sind die wichtigsten Bereiche beschrieben, die in der stationären sowie der ganztägig ambulanten Therapie zum Einsatz kommen:

Sozialtherapeutische Ausrichtung

Im stationären Bereich der Einrichtung sind die PatientInnen in sechs kleineren Wohngruppen untergebracht, in denen sie in großzügigen Doppel- sowie vereinzelt auch Einzelzimmern zusammen wohnen. Der Alltag auf der Wohngruppe ist nach einem sozialtherapeutischen Konzept gestaltet, die KlientInnen sind selbst für das Zusammenleben und die Sauberkeit auf der Wohngruppe verantwortlich. Für den Einkauf im Rahmen des zur Verfügung gestellten Budgets und die Zubereitung der Mahlzeiten sind die PatientInnen ebenso selbst in der eigenen Wohngruppe verantwortlich, die Mittagspause wird gemeinsam mit dem Einnehmen der Mahlzeit auf der Wohngruppe verbracht. Die Begleitung beim Zusammenleben auf den Wohngruppen erfolgt durch die WohngruppenleiterInnen, die erste Ansprechpersonen für die KlientInnen sind und zusätzlich zweimal wöchentlich ein Plenum mit den BewohnerInnen der Wohngruppe abhalten. Ein zentraler Aspekt ist die Förderung der Lebensqualität, es geht um die Vermittlung von Alltagskompetenz und dem  (Wieder-)Erlernen der Techniken des alltäglichen Lebens,

Medizinisch-psychiatrische Behandlung

Die allgemeinmedizinische und psychiatrische Behandlung und Betreuung erfolgt in der eigenen Ambulanz, die als Krankenanstalt gem. §5 WrKAG geführt wird, es sind auch Teilentzüge möglich. Substituierte und nicht-substituierte PatientInnen werden in allen medizinischen Aspekten von der Ambulanz des SHH versorgt und betreut. Dazu zählen eine ausführliche psychiatrische Diagnostik und Erstgespräch, regelmäßige ärztliche Gespräche bezüglich des Krankheitsbildes, Aufklärung und Beratung über drogenbezogene Erkrankungen sowie schadenminimierende Maßnahmen sowie psychoedukative Einzelgespräche. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit zur Substitutionstherapie in allen Phasen des Behandlungsprogrammes. Die  tägliche Abgabe der Substitution und Medikation erfolgt ebenso in der Krankenanstalt des SHH.

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Im SHH stehen neben psychotherapeutische Behandlungsleistungen auch klinisch-psychologische sowie gesundheitspsychologische Behandlungsangebote zur Verfügung. Neben wöchentlichen Gruppentherapien in Kleingruppen (SGPT – small group psychotherapy) gibt es milieutherapeutische Gruppen sowie das Angebot einer Einzeltherapie. Bei individueller Notwendigkeit stehen auch klinisch-psychologische Behandlungsangebote wie etwa Biofeedback beispielsweise zur Förderung der Entspannungsfähigkeit oder kognitives Training zur Verbesserung der Gedächtnisleistung zur Verfügung. Dazu kommen auch themenzentrierte Gruppen wie beispielsweise zu Entspannung oder Aggressionsabbau.

Sozialarbeit

Im SHH steht ein erfahrenes Team von SozialarbeiterInnen zur Unterstützung bei der Regelung von Angelegenheiten wie Wohnen Schadenregulierung oder ähnliches zur Verfügung. Zum Angebot gehören auch die Abklärung der Wohnsituation und gegebenenfalls die Unterstützung bei der Vermittlung in einen Wohnplatz für die Zeit nach der Therapie. Auch die Abklärung der finanziellen Situation und Aufklärung und Beratung in Fragen der Schuldenregulierung, die (Wieder)- beschaffung von Dokumenten, Abklärung des Versicherungsstatus und der finanziellen Ansprüche während/nach der Therapie, Beratung und Unterstützung in rechtlichen Angelegenheiten (Fremdenrecht, Obsorge, Inhaftierung,…) sowie generell das Angebot von Beratung und Unterstützung in allen sozialarbeiterischen Belangen ist Bestandteil des Behandlungsprogrammen des SHH.

Arbeit und Beschäftigung

Ein wichtiger Teil des Tagesablaufs während der gesamten Therapiedauer ist die Beschäftigung in einer der zahlreichen Werkstätten oder in einem Arbeitsbetrieb. In den unterschiedlichen Therapiephasen stehen verschiedene Beschäftigungsbereiche zur Verfügung

Am Beginn der stationären Phase steht die Beschäftigung in der Kreativwerkstätte, je nach Neigung kann man malen, zeichnen, basteln oder auch neue Techniken ausprobieren. Während dieser Zeit kann man sich über die weiteren Möglichkeiten informieren und überlegen, in welche Werkstätte man später wechseln will. Im weiteren Therapieverlauf stehen unterschiedliche Arbeits-  und Beschäftigungsbetriebe zur Verfügung wie beispielsweise Gemüsegarten und Parkpflege, Buchbinderei, Kreativgruppe, Renovierungsarbeiten im Haus, Hausreinigung, Mitarbeit in der Redaktion der PatientInnenzeitung „Hadersdorfer Therapiekurier“ und vieles mehr.

In der dezentralen Therapiephase ist das Ziel die Reintegration in den normalen Arbeitsmarkt. Da dies oft mit großen Hürden verbunden ist, werden die KlientInnen mit Hilfe eigener Beschäftigungswerkstätten und –programmen in dieser Übergangssituation versorgt, bis sie einen Platz in einem Kurs des Arbeitsmarktservice, in einem Sozialökonomischen Betrieb oder einen eigenen Arbeitsplatz haben. Eine wichtige Unterstützung bietet hier die Tagesklinik.

Sport und Freizeitangebote

Zur Abrundung des Angebotes steht ein umfangreiches Sport- und Freizeitangebot zur Verfügung. Zur Auswahl stehen diverse Ballsportarten, eine Lauftrainingsgruppe, Boxtraining, Fitness und Gymnastikprogramme sowie gesundheitsförderliche Angebote wie Massage oder Yoga. Darüber hinaus steht der großzügig angelegte Garten den KlientInnen in der Freizeit für diverse Sport- oder Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Seit neuestem beherbergt das SHH auch ein PatientInnencafe, das als therapeutisches Projekt von PatientInnen für PatientInnen geführt wird und in der Freizeit unterschiedliche Angebote wie einen Billardtisch, einen Wuzzler, Dart, Spiele und andere Angebote zur Freizeitgestaltung bereit hält.